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Bedrohungen

Gefährdungen der Population

Dass die Bestände der Zwerggans innerhalb der letzten 50 Jahren so dramatisch gesunken sind, liegt nicht primär daran, dass die Brutgebiete der Vögel gefährdet wären. Auch sind die Zwerggänse nach wie vor in der Lage, ausreichend Nachwuchs hervorzubringen, der den Bestand stabil halten könnte. So haben etwa Untersuchungen gezeigt, dass die Fortpflanzungsrate der Zwerggans im Vergleich zu jener anderer arktischer Gänsearten sich auf einem normalen Level bewegt.

 

Jagd

Hauptsächlich verantwortlich für den erschreckenden Rückgang scheint insbesondere der starke Jagddruck während des Zugs. Die Vögel brüten in den subarktischen Tundrabereichen und ziehen zum Überwintern nach Osteuropa, an das Schwarze und Kaspische Meer, in den mittleren Osten oder aber noch weiter östlich bis nach Südchina. Auf dem langen Flug ins Winterquartier passiert es dann: Zahlreiche Zwerggänse werden von Jägern geschossen.

Zwar steht die Art weltweit unter Schutz und darf folglich nicht gejagt werden, aber sie zieht häufig vergesellschaftet mit der nahe verwandten Blässgans. Pech für die Zwerggans, dass die noch sehr häufig vorkommende Blässgans die am stärksten bejagte Gänseart ist. Und so geschieht es, dass auch die Zwerggans, die sich im Aussehen kaum von der Blässgans unterscheidet, erlegt wird. Aus Untersuchungen in Norwegen geht hervor, dass rund 50 % der beringten jungen Zwerggänse und rund 10 % der erwachsenen Vögel der Jagd zum Opfer fallen, in Russland 23% bzw. 16%. 

Auswirkung auf den Bestand:
Die jährliche Sterberate übersteigt die Fortpflanzungsrate. Dies führte innerhalb der letzten zehn Jahre zu einem Rückgang der Population um etwa jährlich 5 %.

 

Anfälligkeit der kleinen Population

Ein weiteres großes Problem für den Fortbestand der fennoskandischen Population der Zwerggans ist ihre stark geschrumpfte Zahl. Schätzungsweise leben heute nur noch um die 50 Zwerggänse der ursprüngliche Wildpopulation. Derart kleine Populationen sind jedoch enorm anfällig gegen jegliche Einflüsse von außen. So könnten etwa Krankheiten oder eine verminderte Fortpflanzungsrate durch erhöhten Feinddruck zum Erlöschen der Population führen.

Hinzu kommt natürlich auch, dass es für die wenigen fortpflanzungsfähigen Zwerggänse immer schwieriger wird, einen geeigneten Paarungspartner zu finden. So steigt das Risiko der Inzucht und damit der weitere Verlust der genetischen Variabilität.

Auswirkungen auf die Population:
Die heute noch existierende fennoskandische Population könnte innerhalb kürzester Zeit genetisch verarmen und als Folge davon leicht aussterben.

 

Verlust geeigneter Rast- und Überwinterungsgebiete

Nicht nur der verstärkte Jagddruck und die Anfälligkeit der kleinen Population gegenüber äußeren Einflüssen bedroht den Fortbestand der fennoskandischen Zwerggans-Population. Eine weitere Gefahr droht durch die weitreichende Umgestaltung der Rastplätze und Überwinterungsgebiete der Art, sowohl entlang der Zugrouten über Osteuropa, als auch in Gebieten am Kaspischen und Schwarzen Meer. Hier werden immer mehr Feuchtgebiete trockengelegt, Flüsse begradigt und weitläufige Grasländer in landwirtschaftliche Nutzflächen verwandelt oder mit Siedlungen und Industrieanlagen verbaut. Dies bedeutet für die Zwerggänse, dass ihnen weniger ungestörte Flächen zum Rasten und Fressen während des Kräfte zehrenden Zugs sowie weniger geeignete Überwinterungsgebiete zur Verfügung stehen.

Auswirkungen auf die Population:
Über das ganze Ausmaß der Auswirkungen dieser Umgestaltung von vormals ungestörten Rast- und Überwinterungsgebieten in von Menschen genutzten Flächen auf die Populationen der Zwerggänse liegen bislang noch keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Von einer sehr ungünstigen Entwicklung für die Zwerggänse ist jedoch in jedem Fall auszugehen.

 



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