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Programme zur Auswilderung

Einige Versuche, die schwindende fennoskandische Population nachhaltig zu stärken, bestanden darin, Zwerggänse in Gefangenschaft zu züchten und später auszuwildern. Diese Initiativen gingen sowohl von Schweden als auch von Finnland aus, jedoch mit verschiedenen Methoden.

 

Initiative von Schweden

Unter der Leitung von Lambart von Essen startete der Schwedische Jagdverband (Svenska Jägareförbundet) 1979 ein Wiedereinführungsprojekt der Zwerggans in Schwedisch-Lappland. Die Vögel sollten die verbleibende Wildpopulation in ihrem Bestand verstärken.

 

1981 schloss sich der WWF Schweden dem ehrgeizigen Vorhaben an. Im Projekt wurden Zwergganseier von halb wilden Weißwangengänsen (Branta leucopsis) ausgebrütet. Kurz vor dem Flüggewerden brachte man die jungen Zwerggänse zusammen mit ihren Pflegeeltern in ein ehemaliges Brutgebiet der Zwerggänse in Schwedisch-Lappland und ließ sie dort frei.

Im Herbst flogen die Weißwangengänse mit ihren Adoptivkindern auf einer alten Zwergganszugroute in ihr traditionelles angestammtes Überwinterungsgebiet in den Niederlanden. Auf diese Weise lernten die Zwerggänse eine "neue" Zugroute nach Westen. Bis 1999 wurden so 348 Zwerggänse ausgewildert. 1986 wurde das erste Brutpaar beobachtet. Von 1985 bis 2004 konnten mindestens 40 erfolgreiche Bruten und 111 geschlüpfte Jungtiere verzeichnet werden, was etwa drei Junge pro Brut ergibt. Der gegenwärtige in freier Wildbahn selbständig lebende Bestand dieser Vögel wird auf rund 100 Vögel geschätzt und zeigt eine langsam steigende Tendenz.

Als Nachteil dieser Methode stellte sich heraus, dass einzelne Zwerggänse später möglicherweise ihre Partner unter Weißwangengänsen und nicht unter ihren Artgenossen suchten. Als Folge dieser Verbindungen gingen Hybride hervor.

 

Initiative von Finnland

1989 startete auch der WWF Finnland ein Wiedereinbürgerungsprogramm für die Zwerggans. Bei diesem Projekt wurden künstlich ausgebrütete Zwerggänse kurz vor dem Flüggewerden in den traditionellen Brutgebieten der wilden Artgenossen frei gelassen. Bis 1998 wurden auf diese Weise 143 Zwerggänse ausgewildert, von denen 123 Jungvögel waren. Die meisten dieser Zwerggänse folgten Saatgänsen (Anser fabalis) nach Westeuropa. Manche Zwerggänse flogen aber auch zusammen mit ihren wilden Artgenossen in die traditionellen Winterquartiere nach Südosten. Im Brutgebiet wurden später allerdings nur etwa zehn Prozent der Tiere wieder aufgefunden. Kein einziges Brutpaar konnte festgestellt werden. Die Ursache der hohen Sterberate ist die Bejagung: 7 von 10 tot gemeldeten Projektvögeln wurden erschossen.

 

Wie kann die Zwerggans in Fennoskandien überleben?

Die wichtigsten Maßnahmen zur Rettung der Zwerggans sind, die Rastplätze konsequent zu schützen und Todesfälle durch die Jagd zu vermeiden. Wie die letzten zehn Jahre gezeigt haben, reichen diese Maßnahmen jedoch noch nicht aus, um den Bestand der Zwerggans dauerhaft zu erhalten. Als besonders schwierig erweist es sich, den Abschuss von Zwerggänsen zu verhindern. Dies gelingt voraussichtlich nur, wenn die Jagd auf die ähnlich aussehende Blässgans verboten wird. Ein Stopp der Jagd auf die Blässgans in Südosteuropa und somit auch auf die Zwerggans ist für die nächsten Jahre allerdings nicht absehbar. Daher muss jetzt nach anderen wirkungsvollen Lösungen gesucht werden.

Neben den bisherigen Schutzbemühungen bieten sich Wiedereinbürgerungsprojekte, insbesondere nach der schwedischen Methode, als weitere Maßnahme zum Schutz der Zwerggans an. Diese Methode birgt jedoch nicht nur die Gefahr der Hybridisierungen in sich. Hinzu kommt, dass die Zahl der jährlich auszubürgernden Zwerggänse von der Zahl der zur Verfügung stehenden Weißwangengans-Eltern abhängt. Dadurch ist die Zahl der jährlich ausgebürgerten Zwerggänse relativ gering. Für eine wirksame Bestandsstützung müssten jährlich allerdings mehr Jungvögel ausgebürgert werden. Hierzu ist es sinnvoll, neben dem schwedischen Projekt neue Ausbürgerungsmethoden einzusetzen.

 



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